Der wilde Garten (Landesgartenschau Tulln 2008)

Idee, Konzept | Planung, Sponsoring | Durchführung

Vor einigen Jahren erweckte ein monströser, etwa 5 m hoher Erdkegel - obligtorischer Kelleraushub einer Einfamilienhaus - Baustelle, mein Interesse.
Zuerst beeindruckte mich dieser massive räumliche Eingriff: Auf der einen Seite dieses riesige Erdloch, welches in keiner Relation zum eigentlichen Bauvorhaben zu stehen schien, auf der anderen Seite dieser gigantische, plötzlich aus dem Boden geschossene Erdberg.

Ich beobachtete, wie er von Pflanzen besiedelt wurde, zuwuchs und bald stolz gegen den Himmel ragte. Faszinierte mich zunächst seine räumliche Wirkung, so war ich nun von seiner wilden Erscheinung - inmitten dieser niederösterreichischen Einfamilienhaussiedlung - gefangen.

Mit dem geschärften Blick der subjektiven Wahrnehmung beobachte ich seitdem die Lagerung von Aushub während Grabungsarbeiten, die Zufälligkeit der Anordnung und dessen Bewuchs.

Bei der ersten Besichtigung des zu gestaltenden Areals, einer Baustelle die sich mitten in der Au auftat, erinnerte ich mich an den Erdhügel. Ähnlich wie beim Bau des Einfamilienhauses kam es zu willkürlicher Bodenmodellierung.
Darauf basierte meine Entscheidung nur mit Erdaushüben zu arbeiten.

„Der wilde Garten“ übernimmt die zufällig anmutende Bodenmodellierung. Verschiedene Gräser und robuste Stauden bilden die Grundpflanzung. Unkräuter sorgen für die „Unbekannte im Gartenspiel“.